Friedrich. Mein innerer Kritiker.

Ja, Sie lesen richtig. Ich habe meinem inneren Kritiker einen Namen gegeben - und das vor Jahren schon. Um mich in Zeiten, in denen ich mich ihm bedrohlich ausgeliefert gefühlt habe selbst an etwas Entscheidendes zu erinnern: Friedrich ist lediglich ein Anteil von mir. Und ich bin mehr als dieser kritische Anteil.
Durch die Namensgebung habe ich für mich eine Art wohltuende Distanz zu ihm geschaffen und ihm dadurch weniger Macht in meinem Gefühlsinnern eingeräumt.

Ich erspare Ihnen an dieser Stelle eine ausschweifende Selbstdarstellung von Friedrich. Fakt ist, dass ich unter ihm gelitten habe. Unter seinen permanenten mich kleinhaltenden und destruktiven Sätzen wie „das kannst du nicht“ und „das darfst du nicht“. Was sagt Ihr innerer Kritiker Ihnen?

Ich bin mir mittlerweile des Umstandes bewusst, dass (un)ausgesprochen viele Menschen eine Art inneren Kritiker in sich tragen. Die einen mehr ausgeprägt, die anderen weniger.
Entscheidend in diesem Thema ist für mich einerseits der erlernbare individuelle Umgang damit.

Und andererseits das Tabu – nicht offen darüber zu reden – zu durchbrechen. Weil es nicht gesellschaftstauglich, komisch, schwach oder lächerlich klingen könnte. Indem wir das benennen, was sowieso verbreitet in unseren Köpfen da ist: Unsere kritischen Stimmen im Kopf und was sie mit uns machen. Warum also nicht darüber reden und enttabuisieren?

Bevor ich allerdings abschweife, möchte ich auf den Umgang zurückkommen.

Wie auch immer der Umgang mit Ihrem inneren Kritiker aussieht - er ist erlernbar. Das ist möglich.
Fragen Sie sich gerade, wie Ihr eigener Umgang denn nun konkret aussehen soll?

Ich möchte meine Antwort darauf kurz unverblümt ansprechen.
Ich weiss nicht, was gut für Sie ist (auch wenn Sie vielleicht gerne was anderes lesen wollen). Dieses Nichtwissen gründet auf meiner bewussten inneren Haltung. Denn mein Umgang ist vielleicht nicht ihr Umgang.
Ich kann Ihnen daher nicht einfach sagen, wie Ihr individuelles Wie konkret aussehen wird – ich kann Sie allerdings darin kompetent mit geeigneten Methoden unterstützen und zielfokussiert begleiten, Ihr selbstbestimmtes Wie zu erarbeiten und es Stück für Stück zu leben. Ganz Indiwieduell - mein klitzekleines Wortspiel an dieser Stelle sei mir bitte verziehen. :) 

Ich selbst bin über die Jahre auch in meine Antworten und in meinen eigenen Umgang mit Friedrich reingewachsen. Durch die bewusste Auseinandersetzung mit jenem Anteil in mir, der extrem belastend, ausbremsend und selbstabwertend war.

An dieser Stelle kommt nun eine kleine amüsante und doch für das was danach folgt relevante Anekdote. Vielleicht löst Sie nebenbei ein Schmunzeln bei Ihnen aus?
Ich fühlte mich in einem ewigen anstrengenden Kampf mit Friedrich. Schon damals als Wortspiel-affine junge Erwachsene dachte ich des Öfteren welch Ironie eines Namens, der Fried(e) enthält und sich so unfriedlich anfühlt. Und ich habe mir selbstmotivierend wiederholt gesagt, dass er eines Tages Siegfried heissen würde. Und zwar dann, wenn ich im Kampf gegen ihn gesiegt hätte.

Und dann war sie irgendwann da. Die entscheidende innere Antwort, in die ich reingewachsen bin: Ich brauche nicht zu kämpfen, wenn ich Friedrich akzeptiere und mit ihm an meiner Seite meinen Weg gehe. Ich brauche gar keinen Siegfried.

Heute stehe ich an dem Punkt, an dem ich weiss, dass er situativ da ist und da sein darf. FriedrIch gehört zu mir. Diese Erkenntnis war für mich ein weiteres essenzielles Puzzleteil auf meinem Weg im Sinne von „Werde, die du bist.“

Doch nun genug von Friedrich. Und von mir. Es geht um Sie.

Wie würde Ihr innerer Kritiker oder Ihre innere Kritikerin heissen, hätte er oder sie einen Namen? Vielleicht Günther oder Frieda?
Was haben Sie schon alles versucht, um Ihre inneren Kritiker mundtot zu machen und zum Schweigen zu bringen? Möchten Sie sie nicht mehr länger sinnlos bekämpfen, sondern in kleinen Schritten Ihren eigenen Umgang damit finden, der für Sie stimmig ist?

Ich bin überzeugt, dass dies möglich ist.
Liebend gerne unterstütze ich Sie dabei in IHRE ganz eigenen Antworten reinzuwachsen auf Ihrem individuellen Weg.